Welcome to Helloween – Faschist*innen das Fürchten lehren!

Welcome to Helloween - Faschist*innen das Fürchten lehren! Demonstration am 31.10.2017

Es ist Halloween und wir rufen alle kleinen und großen Geister, alle Spukgeplagten und alle Mutigen auf, zusammen zu kommen und in schauerlichen Zeiten mächtig für bunte Bambule zu sorgen. Mit einer kraftvollen Demonstration werden wir völkische Geister das Fürchten lehren. Wir werden gruseln und spuken und menschenfeindliche Ideologien in das Geisterreich verbannen, in das sie gehören. Mit unseren Rufen und Bäuchen voller Süßigkeiten wollen wir aber auch unseren heiß geliebten kleinen Geist der Albernheit pflegen. Wir wollen uns in die Arme fallen und unsere Solidarität und unseren Mut feiern. Die können wir nämlich noch brauchen, wenn faschistische Einstellungsmuster mit den Ketten rasseln und uns die schlimme Alltäglichkeit zum Verzagen zwingen will.

Die höllischen Zustände hier auf Erden zeigen so vielfältige Gesichter wie die Spukgespenster, die unsere Albträume bereisen. Sie offenbaren sich, wenn faschistische Zombiemärsche durch die Städte ziehen. Sie kommen hervor, wenn Menschen aufgrund ihrer sexuellen Orientierung verfolgt werden und Angst um ihre Existenz haben müssen. Die Hölle, das sind die Ecken, in denen rassistische Pöbler*innen lauern. Sie wird für diejenigen zur Realität, die sich nach Zeltstadt, Bürokratiedschungel und Repression in einem Abschiebeflieger wiederfinden. Sie tut sich für all die Menschen auf, die nach sozialen Protesten im Hexenkessel von Polizei und Justiz schmoren.
Wir wollen kein Standardbild der Hölle zeichnen, denn was uns Angst bereitet, ist genauso verschieden wie wir selber. Wir nehmen diese realen Gefahren ernst und treten ihnen entschlossen entgegen!

Eine Hölle gibt es da aber, die wollen wir nicht ernst nehmen. Alte und neue Faschist*innen spinnen sie herbei, um ihr völkisches Weltbild, Diskriminierung und Ausgrenzung zu legitimieren.
Sie schwärmen von Bürgerkrieg und imaginieren sich als Helden im Kampf um Besitz, Frau und Kinder. Bis an die Zähne bewaffnet sehen sie sich einer herbeifantasierten Gefahr von außerhalb schutzlos ausgeliefert. Nach gewonnenem Kampf, so träumt man, halten endlich “Zucht und Ordnung” Einzug und mit ihnen die irrationale Unumstößlichkeit völkischer Gesellschaftsordnung.
Als wäre das Bild der nationalistischen und militarisierten Kleinfamilie nicht schon gruselig genug, finden die Dystopien der Rechten immer dann Einzug in die Realität, wenn ein wütender Mob sich wie in sächsischen Städten zusammenfindet und – geschützt von Polizei und Stadtoberen – randaliert und Angst verbreitet. Wenn Polizeibeamt*innen ungestört Menschen jagen können und Parlamentarier*innen sie anfeuern, dann schleichen sich Albträume ohrenbetäubend laut in die Wirklichkeit. Immer dann, wenn es scheint, als stünde dieser Hölle gar nicht mehr so viel im Weg, um über das Leben hereinzubrechen, ist es wichtig, Mut zu fassen und den fiesen, zeternden Geistern klar zu machen: Nein, ey, hier wird nicht gespukt!

Wir sagen allen großen und kleinen Spukgespenstern da draußen: Lasst euch keine Angst einjagen! Lasst uns einen Blick in die Hölle werfen, ihr von unserer Furchtlosigkeit erzählen und das Tor mit viel Krach und Solidarität wieder zuschlagen! Lasst uns Mut fassen und zusammen überlegen, wie wir auch im Rest des Jahres faschistische Geister vertreiben können.

Am 31.10.2017 wollen wir ab 16:30 Uhr von der HTWK-Bibliothek über die Karl-Liebknecht-Straße bis zum Marktplatz Augustusplatz demonstrieren. Wir haben alles dabei, was wir für diesen Weg brauchen: Bonbons, gute Musik und vor allem einige antifaschistische Organisationen, Gruppen und Freund*innen, die von ihrer Arbeit erzählen. Fehlt nur noch: Ihr! Bringt eure gruseligsten Kostüme mit, funkelnde Laternen und gruselige Schilder. Sagt euren Freund*innen Bescheid und stimmt in schaurig-mutige Parolen ein.

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