GEGEN JEDEN ANTISEMITISMUS!

Gegen jeden Antisemitismus

ANTISEMITISMUS, also Feindlichkeit gegen jüdische Menschen, ist in Deutschland und Europa nicht etwa „importiert“, wie manch einer sich momentan brüstet. Antisemitismus hat hier leider eine sehr lange Tradition…

„[...] ticke Kokain an die Juden von der Börse.“ (Haftbefehl – Psst)
„[…] ticke Kokain an die Juden von der Börse.“ (Haftbefehl – Psst)

Bereits im Mittelalter schrieben Judenfeindinnen dem Judentum und seinen Anhängerinnen bestimmte Eigenschaften zu – auf Hetze folgten Gewalttaten. Während die Religion über die Jahrhunderte an Deutungsmacht verlor, nahm der Antisemitismus allerdings nicht ab. Stattdessen begründeten Antisemitinnen ihre Vorurteile gegen jüdische Menschen mit vermeintlich wissenschaftlichen Argumenten. Bereits vor der Zeit des Nationalsozialismus wurde völkische und Rassenideologie herangezogen, um Juden und Jüdinnen als Gruppe zu definieren, auszugrenzen und abzuwerten. Nach dem ersten Weltkrieg trafen diese Vorurteile in Deutschland auf fruchtbaren Boden: Jüdische Menschen wurden zum Sündenbock für den verlorenen Krieg- und die wirtschaftliche Lage erklärt. Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten wurden aus Hass und Hetze Gesetze, Juden und Jüdinnen wurden ENTMENSCHLICHT, VERFOLGT UND GETÖTET. Die Deutsche Bevölkerung war nicht nur Mitwisserin, sondern Mittäterin am Völkermord an den europäischen Juden.

„Wie die Jungs von der Keinherzbank, die mit unserer Kohle zocken  Ihr wart sehr, sehr böse, steht bepisst in euren Socken Baron Totschild gibt den Ton an, und er scheißt auf euch Gockel  Der Schmock ist’n Fuchs und ihr seid nur Trottel“ (Xavier Naidoo – Raus aus dem Reichstag)
„Wie die Jungs von der Keinherzbank, die mit unserer Kohle zocken Ihr wart sehr, sehr böse, steht bepisst in euren Socken Baron Totschild gibt den Ton an, und er scheißt auf euch Gockel Der Schmock ist’n Fuchs und ihr seid nur Trottel“ (Xavier Naidoo – Raus aus dem Reichstag)

Das bedeutet nicht, dass wir heute persönlich verantwortlich für die Taten der Nationalsozialistinnen der 30er und 40er Jahre sind, aber ES LIEGT IN UNSERER VERANTWORTUNG, uns mit ihren Taten auseinanderzusetzen, zu lernen und uns gegen jede gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit zu stellen. Antisemitismus ist heute viel fester in der Bevölkerung verankert, als mensch das glauben möchte, und kommt oft ganz alltäglich daher. Die alten antisemitischen Stereotype von Geld- und Machtgier haben sich bis heute erhalten und finden sich nicht nur in kruden Verschwörungstheorien, sondern beispielsweise in Redewendungen, in „Witzen“ und in Musikzeilen.

„Mein Körper defi nierter als von Auschwitzinsassen“ (Kollegah & Farid Bang – 0815) „Mache wieder mal nen Holocaust, komm‘ an mit dem Molotow“ (Kollegah & Farid Bang – Gamechanger)
„Mein Körper definierter als von Auschwitzinsassen“ (Kollegah & Farid Bang – 0815)

„Mache wieder mal nen Holocaust, komm‘ an mit dem Molotow“ (Kollegah & Farid Bang – Gamechanger)

In der Musik ist der Antisemitismus mal ganz offen, mal versteckter zu finden: Man wisse ja, wer die mächtigen Männer seien, wer die Fäden ziehe und wer Finanzflüsse steuere. In Musikvideos werden Symbole von Geld und Macht – beispielsweise Dollarzeichen oder Hochhäuser – mit Symbolen des Judentums – dem Davidstern und der Menora – vermengt und so ganz UNTERSCHWELLIG HASSBOTSCHAFTEN vermittelt.

„Ich leih Dir Geld – doch nie ohne nen jüdischen Zinssatz mit Zündsatz!“ (...) Und vor Gericht wird wieder mal auf Unschuld plädiert Yeah, Freispruch! Wie üblich, ich kann‘ hier halt machen, was ich will dank meines jüdischen Anwalts“ (Kollegah – Sanduhr)
„Ich leih Dir Geld – doch nie ohne nen jüdischen Zinssatz mit Zündsatz!“ (…) Und vor Gericht wird wieder mal auf Unschuld plädiert Yeah, Freispruch! Wie üblich, ich kann‘ hier halt machen, was ich will dank meines jüdischen Anwalts“ (Kollegah – Sanduhr)

Ein weiterer Anknüpfungspunkt für Antisemitismus ist der Nahostkonflikt. Der israelisch-palästinensische Konflikt ist nicht mal eben ganz einfach zu erklären und noch viel weniger einseitig zu betrachten. Diese einseitige Betrachtung liegt aber beispielsweise genau dann vor, wenn von Konzertbühnen „Freiheit für Palästina“ gefordert wird, was in diesem Wortlaut beispielsweise auch die Hamas und der Islamische Dschihad fordern. Gemeint ist bei ihnen die Befreiung „ganz Palästinas“ und damit die Beseitigung Israels.

„Rothschild-Theorie, jetzt wird ermordet! Azzlack öff net die Höllenpforten“ (Haftbefehl – 069)
„Rothschild-Theorie, jetzt wird ermordet! Azzlack öffnet die Höllenpforten“ (Haftbefehl – 069)

Viele selbsternannte „Israelkritikerinnen“ begreifen sich als solidarisch mit den Menschen in der Krisenregion, verkennen dabei aber häufig ihre einseitige und gefärbte Sichtweise. Dabei schließen sie sich – gewollt oder nicht gewollt – allzu schnell denen an, denen es nicht um das Wohl der Menschen, sondern um die Vernichtung des israelischen Staates geht.

„Uns is zu vieles entgangen, Wie dass alle Mächtigen der Geschichte den gleichen dreizehn Blutlinien entstammen. Von Babylon zu den ägyptischen Pharaonen, Trägern der europäischen und britischen Adelskronen, Bis hin zu Politik und US-Präsidenten, All jene, die die Geschicke der Welt geschäftsmännisch lenkten. War’n alles letztendlich Menschen vom Blut eines Dämonen, Die ihre Kraft aus ihm schon seit Urzeiten bezogen.“ (Kollegah – Apokalypse)
„Uns is zu vieles entgangen, Wie dass alle Mächtigen der Geschichte den gleichen dreizehn Blutlinien entstammen. Von Babylon zu den ägyptischen Pharaonen, Trägern der europäischen und britischen Adelskronen, Bis hin zu Politik und US-Präsidenten, All jene, die die Geschicke der Welt geschäftsmännisch lenkten. War’n alles letztendlich Menschen vom Blut eines Dämonen, Die ihre Kraft aus ihm schon seit Urzeiten bezogen.“ (Kollegah – Apokalypse)

WIR SAGEN GANZ KLAR: GEGEN JEDEN ANTISEMITISMUS!

Dieser Text gehört zur Text- und Plakatsammlung über Diskriminierung und gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit in Musiktexten. Insgesamt gibt es sieben davon: Zu den Themen Nationalismus, Rassismus, Antisemitismus, Homofeindlichkeit, Ableismus und Sexismus – und darüber, was wir feiern und was wir feiern wollen. Alle Themen gibt es online als Text und als druckbares A2-Plakat zum Download. Klickt auf die Links, um zum jeweiligen Thema zu gelangen oder hole dir die ganze Sammlung.

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