Redebeitrag über Maximilian Krah am 19.01.2019 in Schnellroda

Das Schäfchen in Schnellroda, wo die Winterakademie des IfS stattfand

Diesen Redebeitrag hielten wir am 19. Januar 2019 auf der Demonstration “Solidarität statt Volksgemeinschaft” (Hier das Facebookevent) des Kollektivs “IfS dicht machen”.

Sächsisches Tempo: Von CDU zu AfD in 3, 2, 1, Krah!

Hallo liebe Aktivist*innen, liebe Demonstrierende und liebe solidarische Menschen in Schnellroda. Wir freuen uns von ganzem Herzen, hier und heute mit euch gegen die Winterakademie des völkisch-nationalistischen “Instituts für Staatspolitik” zu protestieren. Wenn wir von ganzem Herzen sprechen, dann meinen wir das auch so: Wir sind die Antifaschistische Herzigkeit und eigentlich unterwegs für gute Stimmung, herzigen Antifa-Stuff und fröhlichste Solidarität. Dass wir mal auf einer Demo reden, passiert nur, wenn uns das Thema wichtig ist.

Das “Institut für Staatspolitik” nimmt es diesmal mit dem Völkischen ernst. Die Vorträge und das Geschwafel, die Diskussionen und die Hetze drehen sich diesmal rund ums Thema “Volk”. Als Stargäste der Veranstaltung sind zwei Politiker angekündigt, die dort als “Vertreter einer dezidiert volksnahen Kraft” bezeichnet werden. Gemeint ist damit die AfD und konkret geht es um Alexander Gauland und Maximilian Krah.

Dass man Alexander Gauland als neurechten Promi betrachtet, ist leicht nachzuvollziehen. Schließlich schaffte es der greise Dackelfreund sogar mit einem geklauten Klamottenhaufen tagelang in die Schlagzeilen.

Maximilian Krah dagegen ist weder Altehrwürdiger noch Alteingesessener in der Partei. Er kann weder berühmte Badehosen noch spektakuläre Krawatten vorweisen. Der ehemalige CDU-Politiker kann als Shootingstar der sächsischen AfD bezeichnet werden. Dass Krah in der sächsischen CDU war, ist gar nicht so lange her: Bis September 2016 war er Kreisvorstand und Vorsitzender des Ortsverbands Zschachwitz. An seinen Austritt aus der Partei schloss sich nahtlos der Eintritt in die AfD an. Nicht mal zwei Monate später, im November 2016, redete Krah schon einmal in Schnellroda vor AfD, Identitären und anderen Faschismusinteressierten.

Mittlerweile ist Krah Vizechef der sächsischen AfD. Auf der Wahlliste für die Europawahl im Mai diesen Jahres belegt er Platz drei. Ein Platz mit einer so guten Aussicht, wie Krah sie sonst nur über die Köpfe derer hinweg genießen will, über die er sich erhebt. Und das sind alle, die nicht ins völkische Weltbild des Neurechten passen. Schon zu CDU-Zeiten verbreitete Krah rassistische Hetze im Netz. Im September 2018 spielte er das Spiel der Lügen und Hetze der AfD schließlich perfekt: Nur wenige Tage nach der Eskalation in Chemnitz verbreitete er falsche Zahlen darüber, wie viele Vergewaltigungen es dort in den vorausgegangenen Monaten gegeben hätte. Als die Polizei dies mit wesentlich niedrigeren Zahlen und deutlichem Widerspruch zu Krahs rassistischen Angaben dementierte, gestand Krah die Lüge ein, erhöhte aber im gleichen Atemzug die Lautstärke ihrer rassistischen Implikationen.

Krah hat sich innerhalb von gut zwei Jahren in eine Spitzenposition innerhalb der AfD manövriert, die er auch ohne Dackelhype und Badespaß halten kann. Schließlich erfüllt er das Bild der völkisch-nationalistischen Partei perfekt: Männlich, sportlich, gebildet, erfolgreich, fünf Kinder. Und mittlerweile nicht mehr unter dem Deckmantel der Möchtegern-Bürgerlichen CDU, sondern mitten in der offen faschistisch argumentierenden AfD unterwegs.

So verwundert es nicht, dass auch Götz und seine Bande Krah als volksnahen Erfolgspolitiker feiern. Was dagegen verwundert ist, wie sehr Presse und Fernsehen sein Spiel mitspielen, ihm Plätze einräumen und die Neurechten in diesem Bild Krahs bestätigen. Denn das, was diese Fassade bröckeln lässt, ist genau das, weshalb wir hier sind: Deutlicher Widerspruch und Protest und das Aufdecken des menschenverachtenden Denkens, Redens und Handelns von Politiker*innen wie Maximilian Krah.
Wir bleiben dabei: Wir freuen uns von ganzem Herzen, hier und heute mit euch gegen das völkisch-nationalistische “Institut für Staatspolitik” mit all seinen Akteur*innen zu protestieren.

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